Fasching

Die närrische Zeit vor der Fastenzeit, die jedes Jahr am 11.11 um 11.11 Uhr eingeläutet wird...

Jedes Jahr wird am 11.11. pünktlich um 11.11 Uhr die fünfte Jahreszeit eingeläutet! Mit Fasching, Fastnacht und Karneval bezeichnen gleich drei Begriffe die närrische Zeit vor dem Aschermittwoch und dem Beginn der Fastenzeit.

Das Wort "Karneval“ gibt auch bereits einen ersten Hinweis auf den nahenden Fleischverzicht zur Fastenperiode. Denn das Lateinische "carne vale" heißt übersetzt so viel wie "Fleisch, lebe wohl". Eng verbunden mit der bevorstehenden Fastenzeit ist auch die sogenannte "Fastnacht“. Während sie in ihrer ursprünglichen Form das Schwellenfest am Vorabend des Fastenauftaktes am Aschermittwoch bezeichnet, zu dem ein letztes Mal ausgiebig gefeiert und geschlemmt werden durfte, so steht der Begriff heute vor die komplette närrische Zeit vor der fleischlosen Zeit.

Ähnlich verhält es sich mit der Bezeichnung "Fasching", die auf den mittelhochdeutschen Ausdruck "vast-schanc" zurückgeht und mit dem letzten "Ausschank“ vor der Fastenzeit gleichzusetzen ist. Das bunte Faschingstreiben mit farbenfrohen Kostümen hat seinen Ursprung in einem Frühlingsfest der alten Germanen, die jedes Jahr am Ende des Winters mit schaurigen Masken, viel Tanz und Geschrei die bösen Geister vertrieben.

Auch im Chiemsee-Alpenland gehören ausgefallene Verkleidungen nach wie vor zu den typischen Faschingstraditionen. Speziell zum Faschingsendspurt, der mit dem unsinnigen Donnerstag eingeläutet wird und seinen Höhepunkt im Rosenmontag findet, laden zahlreiche Feste rund um die Region zum lustigen Maskieren ein. Aber auch die Schäfflertänze in Kolbermoor und Wasserburg gehören zu den Höhepunkten in der Faschingszeit, die alle sieben Jahre aufgeführt werden.

Eine Übersicht mit sämtlichen Faschingsumzügen und Festen während der närrischen Zeit finden Sie in unserem Veranstaltungskalender: Zu den Faschings-Veranstaltungen >>

Wussten Sie schon, dass ...?

... es in Prien jahrhundertelang verboten war, am Faschingswochenende zu feiern?

In Prien gibt es das ehemalige Handwerkerviertel "am Gries", das vom 15. bis Ende des 19. Jahrhunderts ein florierendes mittelalterliches Viertel war.

Ein Handwerker Josef Lechner war "Weißgerber" und in unserem Fall ein ganz besonderer: er war durch seinen Beruf  reich geworden, hatte keine Kinder und war sehr religiös. Da ihm das Faschingstreiben in Prien überhaupt nicht in seine moralischen Vorstellungen passte, bot er 1751 der Kirche 1000 Gulden an (was sehr viel Geld war), damit diese - statt an den drei Faschings"hochtagen" zu feiern - das 40-stündige Gebet abhalten sollte. Die Kirche konnte bei so viel Geld fast nicht nein sagen und untersagte das "lasterhafte" Faschingstreiben ab dem Zeitpunkt für das Faschingswochenende bis Faschingsdienstag. Das Ganze dauerte sage und schreibe bis Anfang der 1970er Jahre, also mehr als 200 Jahre!

Als Hochburg des Faschings für den ganzen Landkreis etablierte sich sehr lange der "Unsinnige Donnerstag" in Prien, denn anschließend war ja Schluss mit lustig! Erst am Faschingsdienstag nach dem Ende des 40 stündigen Gebetes durfte sich um 15 Uhr der Faschingszug  in Bewegung setzen.

Die Nachbargemeinden Rimsting und Bernau haben sich allerdings jedes Jahr die Hände gerieben, da alle Priener in die dortigen Faschingsbälle ausweichen mussten. Auch mein Religionslehrer in meiner Volksschulzeit war offensichtlich ein "Lechner"-Anhänger, denn er sagte uns: "Denn sie tanzten Brust an Brust und Bauch an Bauch und der Mitte war der Teufel!!!" -Helga Schömmer, Gästeführerin- 

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