Müllner-Peter Museum Sachrang sonstige Museen

Ausstellungsstücke auf den Spuren von Peter Müllner: Organist, Chorleiter, Komponist und Laienarzt...

26.12.2016 - 06.01.2017
Montag 14:00 - 17:00 Uhr
Dienstag 14:00 - 17:00 Uhr
Mittwoch 14:00 - 17:00 Uhr
Donnerstag 14:00 - 17:00 Uhr
Freitag 14:00 - 17:00 Uhr
Samstag 14:00 - 17:00 Uhr
Sonntag 14:00 - 17:00 Uhr
Preise pro Person:
Erwachsene mit Gästekarte/Behindertenausweis2,50 €
Erwachsene ohne Gästekarte3 €
Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung Erwachsener frei!
Gruppen (ab 10 Personen)2 €
Mitglieder2,50 €

Peter Hueber - genannt Müllner Peter - lebte von 1766 - 1843 und steht im Mittelpunkt der gesamten Ausstellung des Museums.
Als Landwirt und Müller, Laienarzt und Apotheker sowie als Musiker und Chorleiter nimmt seine Person an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert eine herausragende Stellung in der Dorfgemeinschaft und in der Beziehung zur Herrschaft von Hohenaschau ein.

Peter Hueber ist aber auch Ehemann, Sohn und Bruder und gläubiger Katholik. Sein Leben und Wirken dienten unter Betrachtung der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verhältnisse seiner Zeit sowohl als Vorlage für den Roman von Carl Oskar Renner, als auch für den Filmhelden in "Sachrang. Eine Chronik aus den Bergen".

Das Müllner-Peter-Museum wurde von der Gemeinde Aschau im Chiemgau zusammen mit dem Museumsverein Müllner Peter von Sachrang eingerichtet und im September 2001 eröffnet. Es ist im Dachgeschoß des ehemaligen Schulhauses in der Schulstraße 3 untergebracht; das "Lehrer-Hickl-Zimmer" (Originalmöbel und Exponate von 1910) im ersten Stockwerk. Max Hickl war von 1908-1927 der erste Lehrer der Einödschule Stein (zwischen Aschau und Sachrang). Sein Nachlass erlaubt einen Blick in einen vom I. Weltkrieg geprägten Zeitabschnitt auf dem Lande. Hickl ist in seiner Aufgeschlossenheit gegenüber Neuerungen und seinem Engagement in der Gesellschaft mit dem Müllner Peter vergleichbar.
Im Zusammenhang mit der Ausstellung entstand am Sachranger Schulhaus der Heilkräutergarten. In ihm wachsen vor allem Pflanzen, die Peter Huber in seinem Rezeptbuch erwähnt und sicherlich selber angebaut oder genutzt hat. Führung durch den Heilkräutergarten von Mai bis Oktober mittwochs 10 Uhr.

Die Facetten des Müllner Peter

Der Musiker
Schon recht bald muss er Freude an Musik und Musizieren verspürt haben. Sein Leben lang nutzte er sein herausragendes musikalisches Talent. Durch sein Wirken als Organist, Chormeister, Arrangeur und Komponist prägte er Musik und Gesang in seiner Heimatgemeinde. Ein Großteil seiner schöpferischen Arbeit blieb der Nachwelt im sogen. "Sachranger Notenschatz" erhalten. Diese
Tradition will der Museumsverein mit seinen "Musikalischen Momenten Sachrang" bewahren und weiterführen. Dazu gehören Konzerte, Meisterkurse mit Abschlusskonzerten, eine Musikwerkstatt im Museum u.a.

Die aktuellen Veranstaltungstermine unter Tel. +49 (0)8057 378 oder Müllner-Peter Museum Sachrang >>

Der Müller und Bauer
Aus verschiedenen Briefen, seiner umfangreichen Bibliothek und zahlreichen Aufzeichnungen ist zu schließen, dass er einen überdurchschnittlichen Bildungsgrad besaß. Näheres darüber ist allerdings nicht überliefert. 1809 übernahm er das elterliche Anwesen und die Getreidemühle im Aschacher Grund und ging seinem Beruf als Müller und Bauer nach. Im Alter von 48 Jahren heiratete er die 31jährige Nachbarstochter Maria Hell (25.10.1813). Die Ehe blieb kinderlos. Seiner Frau wird die hübsche Bemalung der teilweise noch erhaltenen Möbel zugesprochen.

Der Heilkundige
Neben der Musik galt seine Leidenschaft der Heilkunde. Auf diese Fertigkeit verweisen vor allem zwei umfangreiche Handschriften mit Rezepturen aus jener und längst vergangener Zeit, Einträge in den Sterbematrikeln und eine eigene Apotheke mit dazugehöriger Literatur in der Mühle.

Der Bürger
Er setzte sich für seine Mitbürger ein und half ihnen in rechtlichen Angelegenheiten. Peter Huber war der „Aufklärung“ zugetan. In der Zeit des Tiroler Aufstandes (um 1809) hielt er regen Kontakt zum Walchseer Vikar Anton Harlander und zum Pfleger in Hohenaschau.
1817 wurde er Gemeindevorsteher in Sachrang.

Der religiöse Mensch/Die Wallfahrt
Ob der Unglückstod seiner Frau am 19. Juli 1824 den Ausschlag gab, die vom Verfall bedrohte Ölbergkapelle (erbaut im 17. Jh.) zu retten, ist nicht bewiesen. Fest steht nur, dass er mit großem persönlichem und finanziellem Einsatz das Wallfahrtskirchlein an der Tiroler Grenze renovieren ließ. Im September 1827 wurde sie benediziert und die Tradition der Wallfahrt zum Ölberg lebte wieder auf.
Nach 1850 (Peter Huber starb am 19. August 1843) geriet sie jedoch allmählich in Vergessenheit. Der 1973 gegründete Freundeskreis des Müllner-Peter ließ die Kapelle in den 70er Jahren dankenswerterweise renovieren und belebte die Ölberg-Wallfahrt neu. Seit 1972 ist die Bayerisch-Tiroler Wallfahrt am 3. Sonntag im September fester Bestandteil des kulturellreligiösen Lebens im Priental.

Der Nachruhm
Der Sachranger Lehrer Hanns Heininger (1932-37) schrieb die Erzählungen der Großnichte Peter Hubers, dem Auer Liesei, auf. Dr. Carl-Oskar Renner veröffentlichte in den 60er Jahren über den Rosenheimer Verlag seinen Roman „Der Müllner Peter von Sachrang“, den der Bayerische Rundfunk 1972 als Grundlage zum Fernsehdreiteiler „Sachrang. Eine Chronik aus den Bergen.“ verwendete. 1993, zum 150. Todestag, gab es eine umfassende Ausstellung; dazu erschien das Buch „Die Zeit des Müllner Peter von Sachrang.“

In den Weihnachtsferien (26. Dezember 2015 bis 6. Januar 2016) geöffnet von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr!

Anlässlich des 250. Jubiläums des Müllner-Peter-Geburtstages findet eine Sonderausstellung von 25. Juni - 30. Oktober 2016 im Museum statt. Ebenso wird ein Konzert zu Ehren des Müllner Peter im Preysing Saal Hohenaschau am 16. Oktober stattfinden.

Kontakt

Müllner-Peter Museum Sachrang
Schulstraße 3
83229 Sachrang

Telefon +49 (0)8057 904767

info@sachrang.de

www.muellner-peter-museum.de


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