Öko-Kultur-Weg

Landschaft 

Beste Jahreszeit

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Beschreibung

Zur Geschichte des Weges:

Grenzgebiete haben immer etwas Besonderes. Wechselfälle der Geschichte, kriegerische Auseinandersetzungen, definierte Grenzlinien, hier das Eine, dort das Andere – so war es über Jahrhunderte. Dennoch sind dies- und jenseits der bayerisch-tiroler Grenze gemeinsame Herausforderungen und Lebensweisen, ähnliche Kultur und Identität. Darüber können wir uns auf dem Öko- Kultur-Weg in der Bergbauernregion Hatzenstädt und oberes Priental auf 12 Informationstafeln erzählen lassen.

Die Schwerpunkte liegen einmal im „Öko-Weg“:

Die kargen Böden und die klimatischen Bedingungen unserer Gebirgsregion ließen von jeher  kaum Feldanbau zu. Die Menschen waren für ihre Ernährung auf Wald-, Vieh- und Milchwirtschaft angewiesen. Es mussten auch die magersten und entlegensten Bergwiesen erschlossen und genutzt werden. Diese Almen werden noch heute betrieben. Beiderseits der Grenze bewirtschaften die Bauern ihre Höfe mit hohem Einsatz ökologisch. Damit wird nicht nur das Überleben der Milchviehbetriebe gesichert, sondern auch durch nachhaltige Wirtschaftsweise eine bedeutende Artenvielfalt in Fauna und Flora erhalten. Ihre an Güte und Geschmack hervorragenden Produkte vermarkten die Betriebe regional u.a. in der Sennerei Hatzenstädt, an der unser Weg vorbei führt, im Prientaler Bergbauernladen in Aschau i. Chiemgau und im Dorfladen in Sachrang.

Zum anderen im „Kultur-Weg“:

Selten hat eine Persönlichkeit die kleine Gemeinschaft der bayerisch-tiroler Grenzregion so nachhaltig beeinflusst wie Peter Huber, alias Müllner-Peter von Sachrang (1766 – 1843). Der Müllner-Peter spielte zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine außergewöhnliche Rolle. Er war im wahrsten Sinne des Wortes ein Multitalent. Er war Heilkundiger bei Mensch und Vieh, aktiver Bürger und Politiker, Bauer und Müller, hochbegabter Musiker und sehr religiöser Mensch. Am Müllner-Peter-Museum befindet sich die erste Informationstafel. Wir starten unseren Weg am Haus davor (Kohlstattweg) und folgen den Hinweisschildern „Öko-Kultur-Weg“. Nachdem wir die Straße überquert haben, führt der Weg an der Sprungschanze vorbei Richtung Ortsteil Aschach. Dort steht das Geburtshaus des Müllner–Peter. Danach finden wir ein wunderschönes Quellgebiet. Wir kommen auf einem abwechslungsreichen Pfad bis zur Kneippanlage – perfekt für eine Erfrischung – und weiter zur Ferienwelt Oberes Priental. Am Ende der Ferienanlage verlassen wir bayerischen Boden. Linkerhand befindet sich ein sehenswerter Grenzstein aus dem Jahre 1844 und bezeugt den ersten genau festgelegten Grenzverlauf. Weiter geht es durch eine reizvolle Alpenlandschaft bis zu den ersten tiroler Höfen.

Es tun sich die imposante Bergkulisse des Zahmen Kaisers und ein kurzer Ausblick ins Inntal auf. Nach einem kurzen Stück auf der Nebenstraße biegen wir rechts über einen abwärts führenden Steig wieder in den Wald ein. Nach einigen hundert Metern treffen wir unterhalb des Wildparkes Wildbichl auf einen äußerst idyllischen Bergbach, den wir überqueren. Dann folgen wir ihm abwärts bis zur Straße. Nach einem kurzen Stück auf der Straße biegen wir nach rechts zur Sennerei Hatzenstädt ab. Eine uralte Linde, die als Naturdenkmal gekennzeichnet ist, regt uns zum Nachsinnieren an. In der Sennerei können wir uns mit frischer Butter und selbst gemachtem Käse von der Qualität der regionalen Produkte überzeugen. Über Wiesen und Felder geht es bis zum Wildpark Wildbichl, der zum Besuch einlädt. Ein kleines Stück führt uns an der Staatsstraße entlang, dann können wir links Richtung Ölbergkapelle abbiegen. Diese Kapelle wurde vom Müllner-Peter renoviert und ist nun jeden 3. Sonntag im September Ziel einer großen bayerisch-tiroler Wallfahrt. Schon in vorchristlicher Zeit soll sich hier eine keltische Kultstätte befunden haben. An diesem ganz besonderen Platz sollten wir unbedingt eine Ruhepause einlegen, um ihn auf uns wirken lassen zu können. Weiter geht es wieder durch den Wald zurück nach Sachrang. Am End- punkt der Wanderung, dem Müllner-Peter-Museum, können wir mehr über die Zeit und das Leben des Müllner-Peter erfahren und bei Interesse auch den Heilkräutergarten besichtigen. Einen Abstecher wert ist auch die Pfarrkirche St. Michael, ein Barockjuwel in Oberbayern. Im Friedhof liegt der berühmteste Sohn des Ortes gleich links vom Kircheneingang begraben.

Dieser Weg ist nicht für Rollstuhlfahrer geeiignet.

Schwierigkeit
Länge5,97 km
Aufstieg 191 m
Abstieg 191 m
Dauer 1,50 h
Niedrigster Punkt698 m
Höchster Punkt790 m