A wie Alm

Almapotheke und Arnika...

Alm

Almen sind im alpenländischen Raum (während der Sommermonate) landwirtschaftlich genutzte Weideflächen auf dem Berg mit entsprechenden landwirtschaftlichen Gebäuden. Sie gehören in der Regel zu einem tiefer gelegenen Bauernhof.

Es wird nach dem jeweiligen Eigentumsverhältnis unterschieden:

Privatalm:

Befindet sich im Eigentum eines einzelnen Bauern (auch Eigentumsalm) – in Oberbayern sind etwa 75 % im Eigentum von Privatpersonen.

Gemeinschaftsalmen:

Almgrund ist im gemeinschaftlichen Besitz mehrerer Bauern und diese besitzen wiederum darauf eigene Almhütten.

Genossenschaftsalm:

Almfläche gehört einer Genossenschaft mehrerer Bauern, die die Almweide mit gemeinsamem Personal und i.d.R. einer Almhütte bewirtschaften.

Pachtalm:

Alm, die auf einem Pachtvertrag basierend bewirtschaftet wird und auf dieser kein Weiderecht lastet.

Berechtigungsalmen/Servitutsalmen:

Almen im Eigentum des Staates oder in Ausnahmefällen von Großgrundbesitzern (z.B. in Aschau i.Chiemgau, Baron von Cramer-Klett, der ehemaligen Herrschaft Hohenaschau)

Zusätzlich können Almen nach Bewirtschaftung und Bestoßung unterschieden werden:

Galtalmen:

Almen, die zur Jungviehaufzucht dienen (Jungviehalmen), etwa 42%

Gemischte Almen:

Nur mit Milchkühen und Jungvieh bestoßen

Almanger

Ein eigens eingezäunter Bereich in der Nähe der Almhütte, um Heu für den überraschenden Wintereinbruch zu gewinnen. Heute wird der Almanger häufig auch als Weide für Kälber genutzt.

Almabtrieb

Hinabtreiben des Viehs von der Alm ins Tal zur Überwinterung. Die Kühe werden nach einem „guten“ Almsommer festlich geschmückt und aufgekranzt ins Tal getrieben. Ein guter Almsommer bedeutet, dass keines der Tiere verunglückt ist und es auch keinen Todesfall in der Bauernfamilie gab. Der Kopfschmuck für die Tiere wird von der Familie selbst angefertigt. Im Bergsteigerdorf Sachrang gibt es zum Beispiel jährlich einen traditionellen Almabtrieb, ebenso wird im Wandergebiet Nußdorf von der Lagler Alm Ende September heruntergetrieben.

Almapotheke

Eine Sennerin oder ein Senner hatte für Mensch und Vieh eine hochwertige Almapotheke aus wertvollen Heilpflanzen und Kräutern der Almweiden vorrätig.

„ Das Vieh, hauptsächlich Jungvieh ist sehr anfällig für Durchfall, hervorgerufen durch den Weißen Germer, einer giftigen, häufig auf feuchten Weidegebieten vorkommenden Pflanze. Als Gegenmittel verabreichte die Sennerin oder der Senner den betroffenen Kälbern einen Sud aus Blutwurz und Dost. Die hochwertige Wurzel des punktierten Enzians sowie Bibernell und Kranawitt als Hilfe für den Magen, der Frauenmantel, die Raute und die Mutterwurz für stillende Mütter oder für Milchkühe durften in keiner Almapotheke fehlen." -Fritz Irlacher, Blumen- und Kräuterexperte-

Almbauer

Person, die die Alm mit überwiegend eigenem Vieh bewirtschaftet.

Almbegehung

„Diese findet im August abwechselnd in je einem der Almbezirke in Oberbayern statt und wird vom jeweiligen Bezirksalmbauern in Zusammenarbeit mit der AVO-Geschäftsstelle organisiert." -Jakob Müller, Bezirksalmbauer-

Almkaser / Kaser

Oberbayerische Bezeichnung für Almhütte, die zur Unterbringung von Tieren und Almpersonal in den Bergen dient. Der Begriff wurde vermutlich vom lat. Casa = Hütte abgeleitet.

Almwirtschaftlicher Verein Oberbayern (AVO)

„Die Fachorganisation der oberbayerischen Almbauern steht in engem Kontakt mit Behörden und dem bayerischen Bauernverband, um die Almwirtschaft zu fördern. Der Verein hat eine beratende Funktion für die Almbauern." -Hans Stöckl, Geschäftsführer des AVO und Freizeitalmerer-

Arnika-Pflanze

Das Universalheilmittel half den Sennerinnen und Sennern als Salbe oder Tinktur gegen Quetschungen, Prellungen und Blutergüsse, da die Pflanze entzündungshemmend wirkt. Sie steht mittlerweile unter Naturschutz und darf weder gepflückt noch ausgegraben werden.

Auffe

bayerisch für hinauf, aufwärts

Ausrüstung

Für eine Wandertour ist eine gute Vorbereitung und Ausrüstung notwendig.

  • Rucksack: Erste Hilfe-Set, evtl. Biwaksack, wetterangepasste Kleidung (Mütze, Handschuhe, Kappe, Sonnencreme, Sonnenbrille), Regenjacke für Wetterumschwünge, Fleecejacke , Wanderkarte, Handy, Wechseltshirt, Bargeld, Stirnlampe
  • Verpflegung: z.B. Müsliriegel, Trockenobst, Kekse als Energiequelle sowie Wasser oder Saftschorlen zum Trinken
  • Bergschuhe: Für Trittsicherheit im Gelände ist ein guter, stabiler Bergschuh Voraussetzung
  • Stöcke: Richtige Wanderstöcke oder ein hölzener Wanderstecken.
    1. Zum Entlasten der Knie
    2. Um sich zur Not vor Kuhattacken zu wehren. Greifen Sie damit keine Tiere an und fuchteln Sie damit nicht umher, da sich Tiere so angegriffen fühlen. Versetzen Sie dem Rind nur im absoluten Notfall eines Angriffes einen gezielten Schlag auf die Nase.