Fingerhakeln

Alter Volkssport, auf den die Redewendung "Jemanden über den Tisch ziehen" zurückgeht...

© Hias Sellhuber
© Hias Sellhuber

Das Fingerhakeln ist ein alter alpenländischer Kraftsport, der überwiegend in Bayern und Österreich praktiziert wird. Dabei versuchen zwei Kontrahenten, die an einem Tisch sich gegenübersitzen, den Gegner am Finger zu sich herüberzuziehen. Von diesem Vorgang leitet sich auch die Redewendung "Jemanden über den Tisch ziehen" ab. Für das Einhaken der Finger im Vorfeld des Ziehens sind zwei Varianten bekannt: Entweder verhacken die Spieler die Zeigefinger ineinander oder es wird ein Lederriemen hergenommen, in den die Mittelfinger eingehackt werden. Neben der körperlichen Kraft kommt es dabei vor allem auf die richtige Technik an.

Während früher auf diese Weise angeblich Wirtshausstreitereien geregelt wurden, ist das Fingerhakeln heute ein organisierter Sport mit festen Regeln. Auf Turnieren und Meisterschaften treten die Teilnehmer in verschiedenen Gewichts- und Altersklassen gegeneinander an. Das Turniergeschehen wird von einem Schiedsrichter, einem Vorsitzenden und zwei Beisitzern geregelt. Sicherheitshalber sitzt hinter jedem Teilnehmer ein sog. Fänger, der Auffanghilfe leistet, falls sich die verhakten Finger der Kontrahenten frühzeitig lösen sollten.