Wallfahrt

Wallfahrten zu religiösen Gnadenstätten haben in Bayern eine lange Tradition, die bis heute gelebt wird...

Das Wort "Wallfahrt" geht auf das deutsche Wort "wallen" zurück, das so viel bedeutet, wie "in eine bestimmt Richtung ziehen" oder "unterwegs sein". Während das Wandern zu religiös bedeutsamen Orten in erster Linie der Besinnung und inneren Einkehr dient, soll die Begegnung mit der heiligen Gnadenstätte die Nähe zu Gott vermitteln und von persönlichen Lasten sowie Leiden befreien. Darüber hinaus ist eine Wallfahrt auch immer ein soziales Ereignis, das zu Begegnungen und Austausch zwischen Gläubigen führt. Mit ihren Spenden trägt die wallfahrende Bevölkerung dazu bei, dass baufällige Stätten restauriert und erneuert werden können. Nur so kann das Überleben der religiösen Tradition langfristig gesichert werden.

Wallfahrten können auch in Bayern auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits seit vielen Jahrhunderten kommen gläubige Christen in den Freistaat, um überlieferte Gnadenstätten aufzusuchen. In der Region Chiemsee-Alpenland machen vor allem die verschiedenen Teiletappen des bekannten Jakobsweges die Gegenwart Gottes erfahrbar. Von Altenmarkt an der Alz bis Kiefersfelden führt der Pilgerweg vorbei an unzähligen religiösen Kultstätten. Entlang des Weges stoßen Gläubige auf bedeutsame Gnadenbilder und Kreuze, kleinere Waldkapellen sowie große Marienkirchen und Wallfahrtsbasiliken. Bekannte Orte sind dabei die Jakobus-Stadt Wasserburg mit der mächtigen Jakobuskirche und der graziösen Frauenkirche, Tuntenhausen mit der eindrucksvollen Wallfahrtsbasilika Mariae Himmelfahrt und Nußdorf, wo die Wallfahrtskirche St. Leonhard .