Bayerische Flora

Wenn der Frühling vor der Tür steht, dann ist es Zeit für eine botanische Entdeckungsreise...

Die Region südlich des Chiemsees säumt eine weitläufige Gebirgskette, die Lebensraum vieler, oft seltener, Pflanzen und Tiere ist.

Flora hoch auf den Alpen

Unter den Begriff "Alpenflora" fallen alle Pflanzenarten, die in den Alpen oberhalb der Baumgrenze vorkommen. Besonders die Gebiete Kampenwand-Geigelstein und Spitzstein-Klausen-Laubenstein beherbergen eine faszinierende Vielfalt an Pflanzen und Blumen. Der seit 1991 unter Naturschutz stehende Geigelstein ist mit ca. 720 Farn- und Blütenpflanzenarten – davon 111 geschützt – ein Bergblumenparadies und wird auch oft zu Recht als "Blumenberg" des Chiemsee-Alpenlandes bezeichnet. In diesen Alpengebieten begrüßen den Frühling die tiefblauen Blüten des Frühlings-Enzian, aus den Felswänden lugen tiefgelbe Aurikel und an feuchten Standorten fühlt sich das Alpenglöckchen besonders wohl. Später, im Hochsommer, ergießt sich ein buntes Blütenmeer über die Alpenlandschaft. Die Trollblume reckt das kugelrunde, gelbe Köpfchen der Sonne entgegen, das Edelweiß präsentiert sich stolz dem vorbeigehenden Wanderer und die Alpenrose bezaubert mit zartrosa Tönen das Auge.

Am viergipfligen Heuberg, der am Rande des Inntals bei Nußdorf am Inn liegt, können Blumenfreunde nach der Schneeschmelze den auf den Almwiesen blühenden weißen und lila Krokus bestaunen. Hier ist auch die Heimat des Gelben Frauenschuh, der zu den prächtigsten wildwachsenden Orchideenarten Europas zählt und unter strengem Artenschutz steht.

Ein schönes Wanderziel ist auch die auf dem Hochplateau Samerberg gelegene Kräuterwiese, die aufgrund der Blumen- und Kräutervielfalt gerne von den Berggehern angesteuert wird. Der Blütenreichtum der Region rund um den Samerberg ist aber auch eine hervorragende Nahrungsquelle für die Bienen. Ein Lehrbienenstand am Samerberg gibt einen Einblick in das Leben der fleißigen Tierchen. Bei Führungen und Vorträgen kann man mehr über das Stand-Innenleben, die Zusammensetzung der Bienenvölker und die Bedeutung der Floravielfalt für die Honiggewinnung erfahren.

Flora im Voralpenland

Aber auch das bayerische Voralpenland ist eine Schatzkammer der Natur. So ist Bad Feilnbach, das an den Ausläufern des Wendelsteins liegt, weit bekannt für seine Streuobstwiesen. Über 30.000 Obstbäume gehören zum typischen Erscheinungsbild der idyllisch gelegenen Gemeinde. Das milde Klima bedingt ein gutes Gedeihen von Äpfeln, Hauszwetschgen, Birnen und Kirschen, weshalb Bad Feilnbach auch oft das "Bayerische Meran" genannt wird. Der Frühling kleidet den oberbayerischen Kurort in ein prächtiges Blumenkleid und der Herbst verwöhnt mit schmackhaftem Apfelbrot, süßlichem Apfelwein oder -essig und fruchtigen Marmeladen. Als "das Schnapsbrennerdorf" hat sich Bad Feilnbach nicht nur in der Region einen Namen gemacht: Denn auf 85 Bauernhöfe verteilen sich 128 Schnapsbrennrechte. Wer einen guten Obstbrand sucht, der wird hier fündig: Fruchtige, hochprozentige Köstlichkeiten aus Äpfeln, Birnen, Wildzwetschgen oder Himbeeren schmelzen im Gaumen dahin.
Einen Ausflug ist auch der Obst- und Kulturweg auf der Ratzinger Höhe allemal wert. Dieser gilt unter den Obstkundlern als eine wahre Schatzkammer der Sortenvielfalt im Alpenraum. Dieser Wanderweg erstreckt sich von Bad Endorf über Rimsting bis Prien und wurde im Jahre 1993 auf eine Initiative der Obst- und Gartenbauvereine von Prien und Hirnsberg-Pietzing ins Leben gerufen. Derzeit säumen die insgesamt 16 Kilometer lange und landschaftlich reizvolle Strecke rund 300 verschiedene Obstbaumsorten. Die geernteten Früchte dienen der Herstellung von Säften, Mosten und Schnäpsen.

Erkunden Sie bei Ihrem nächsten Wanderausflug die spektakuläre und einzigartige Artenvielfalt an Pflanzen, die die Natur hoch im Gebirge hervorgebracht hat oder wandern Sie durch die prächtigen Obstgärten der Chiemsee-Alpenland Region. Oder Sie nehmen an unseren geführten Wanderungen teil und erfahren Unterhaltsames und Lehrreiches aus unserer Region!