Die Tracht der Männer

Die Tracht für Männer reicht bis ins 16. und 17. Jahrhundert zurück und wird auch heute noch oft getragen...

Geschichte der Lederhose

Die Lederhose hat besonders in Bayern und im alpinen Raum, aber auch in anderen Teilen der Welt eine mindestens bis ins frühe Mittelalter zurückreichende Tradition. Im 16. und 17. Jahrhundert beginnt in Bayern und in einigen Teilen Österreichs die Entwicklung der Lederhose, wie wir sie heute kennen. Sie ist in zwei unterschiedlichen Formen verbreitet: Die kurze Lederhose wurde damals bei der Arbeit oder zur Jagd getragen und die Kniebundhose war eher für festliche Anlässe vorbestimmt. Typische Merkmale dieser männlichen Tracht sind die aufwendigen Bestickungen und der Hosenlatz - das Hosentürl der Lederhose.

Die Tracht der Männer zwischen Chiemsee und Alpen

Lederhose

Die Männer tragen überwiegend die Miesbacher- oder Gebirgstracht. Jedoch gibt es auch hier von Verein zu Verein Abweichungen. Die kurze Lederhose ist mit gelber oder grüner Plattstickerei in unterschiedlichen Mustern verziert. Im Winter oder an kälteren Tagen trägt der Mann eine Bundhose oder eine dunkle, lange Wollhose. Dabei wird die Lederhose von Trägern gehalten. Verbunden werden die Träger mit dem sogenannten Quersteg, auf dem z.B. das Gemeinde- oder Vereinswappen oder auch der Bayerische Löwe eingestickt ist. Oft wird auch ein federkielgestickter Träger getragen.

Jacke, Weste und Hemd

Die Jacke (sog. Joppe) ist aus grauem oder grünem Tuch gefertigt und mit einem Stehkragen sowie beidseitigem Ausschlag versehen. Vorne zieren zwei Knopfreihen aus Hirschhorn, sowie ein Eichenlaub-, Weinlaub- oder Edelweißsteppmuster die Joppe. Im Inntal sind Joppen ohne Steppmuster, dafür aber mit grünen Ausschlägen weit verbreitet.

Unter der Joppe trägt man eine grüne Weste (sog. Leibl, Kettlschile). Der Halsausschnitt und die Taschen sind rot paspoliert. Anstelle der Weste wird in manchen Vereinen üblicherweise auch der Ranzen getragen. Der Gürtelranzen kann auch mit einem etwas breiterem, reich verziertem, federkielgesticktem "Blattl" ausgestattet sein.

Unter der Weste trägt der traditionsbewusste Mann ein Hemd (sog. Leibi) aus weißem oder auch elfenbeinfarbenem Leinen mit Perlmuttknöpfen oder Zwirnknöpfen. Eine farbige Seidenkrawatte (sog. Schmisei) wird mit einer Nadel am Hemd befestigt.

Kopfbekleidung

Der wohl bekannteste und am häufigsten getragene Hut ist der Miesbacher Scheibling. Dies ist ein grüner Samt- oder Velourshut, mit einer mehrreihigen Kordelschnur um den Gupf. Daneben gibt es noch den Inntaler Hut. Dieser ist aus dem gleichen Material, seine Form ist jedoch oval und die Krempe ist vorne nach unten und hinten sowie seitlich nach oben gebogen. Als Verzierung dient ein Adlerflaum, Gamsbart, Spielhahnstoß/-hackl oder Reiher-(Roaga-)spitz.

Schuhwerk und Strümpfe

Üblicherweise wird bei der Männertracht der Miesbacher Halbschuh getragen. Vielfach wird auch der Plattler- oder Haferlschuh mit Trachtenstutzen angezogen. Die Strümpfe sind überwiegend grau oder weiß gemustert und mit einem Überschlag versehen.Vereinzelt trägt man auch kurze verzierte Strümpfe (sog. Loferl oder Lofei) aus grauer Wolle, die nur die Waden bedecken.

Accessoires

Das Stilett ist ein Messer mit Hirschhorngriff und war früher ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand. Heute dient es zur Zierde der Lederhose. Als Schmuck trägt der Mann auch eine Taschenuhr mit Uhrkette, ein Leibikettl oder eine Schmiseibrosche.