Bayerische Wetterlagen

Besondere Wettererscheinungen im Voralpenland sind der sogenannte "Erler Wind" und der "Föhn"...

Der Föhn

Dass der Himmel in Bayern nicht immer weiß-blau ist, das ist kein Geheimnis. Jedoch gibt es bei uns in der bayerischen Voralpenlandschaft einige besondere Wettererscheinungen, die uns oft einen wunderschönen Tag verschaffen, wenn der Rest Deutschlands in Nebel gehüllt ist: der "Föhn".

Charakteristisch für unseren Föhn ist der warme, trockene und häufig heftig blasende Wind, der blaue mit linsenförmigen Wolken durchzogene Himmel und die herrlich wärmende und scheinende Sonne.

Der Föhn ist ein Südwind, der von Italien über die Alpen nach Norden weht. Auf der Südseite muss die Luft aufsteigen und nördlich der Berge wieder absinken. Beim Aufsteigen kühlt die Luft ab und verliert dabei ihre Feuchtigkeit. Beim Absinken erwärmt sie sich wieder, und zwar doppelt so schnell wie beim Aufsteigen. Die restlichen Spuren von Feuchtigkeit verdunsten und die Luft ist extrem warm und klar. Für gute Sicht sorgt darüber hinaus, dass der Staub in der Luft auf der Alpensüdseite hängen bleibt. 

Der Föhn sorgt auch für ein anspruchsvolles Segelrevier auf dem Chiemsee.

Erler Wind

Der "Erler Wind" hat seinen Namen von dem kleinen Ort Erl in Österreich, direkt an der bayerischen Grenze im Inntal. Oft ist er an Schönwettertagen meist in den Gebieten und Gemeinden um Brannenburg, Nußdorf und Flintsbach von Mitternacht bis in die Vormittagsstunden zu spüren. Zu dieser Zeit weht er von Süden nach Norden, ab Mittag kehrt er seine Richtung um und weht dann von Norden nach Süden in Richtung Tirol. Dort wird er als "Boarischer Wind" bezeichnet.

Der Bergwind ensteht im Kaisergebirge durch die nächtliche Abkühlung. Da diese naturgemäß in den Bergen schneller als unten im Tal erfolgt, wird die Luft schwerer und sinkt ins Tal hinunter. An bestimmten Stellen ist das Tal recht eng, und dort weht der Wind dann auch am stärksten.

Alten Überlieferungen zufolge soll er lebensverlängernd, aufmunternd und erfrischend wirken. Der starke Wind ist recht stark und bringt oftmals sogar Radler zum Absteigen. Gleitschirmflieger und Segelflieger nutzen dagegen den Hangaufwind. Mit Windgeschwindigkeiten von zeitweise bis zu 12 m/sec eignet er sich sogar für die Nutzung zur Stromerzeugung.