"Brotzeitln" – das bayerische Lebensgefühl

Brotzeitln – eines der schönen Dinge, die der Tag zu bieten hat...

Ursprünglich war die Brotzeit eine Zwischenmahlzeit der schwer arbeitenden Bevölkerung auf dem Land. Heutzutage wird dieser deftige Imbiss zwischen dem Frühstück und dem Mittagessen eingenommen. Aber auch hier gibt es keine festen Regeln. So können Sie immer und überall brotzeitln: morgens, mittags, abends, zu Hause, auf Wander- oder Fahrradtour, im Biergarten, im Wirtshaus oder auf der Alm.

Beim Wandern bietet sich eine Brotzeit aus dem Rucksack an oder Sie kehren unterwegs in eines unserer zahlreichen Gasthöfe und Wirtshäuser ein. Brotzeitln können Sie natürlich auch auf heimischem Terrain auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten. An sonnenverwöhnten Tagen warten auf Sie in unserer Region zahlreiche Biergärten, und wenn es mal kühler wird, urgemütliche Wirtshäuser.

Was gehört nun zu einer echten bayerischen Brotzeit?

Das kommt ganz darauf an, wo und wann diese stattfindet. Vormittags etwa ist ein Weißwurstfrühstück mit Brez'n und süßem Senf typisch, bis 12 Uhr mittags darf der Frühschoppen stattfinden. Ansonsten gibt es keine Vorgaben. Wissenswert ist jedoch, dass eine bayerische Brotzeit aus kalten Speisen, wie geräuchertem Speck oder geräucherter Salami, Obatzda, knusprigen Brez'n oder Brot, Käse, gekochten Eiern oder Radieschen, besteht. Eine echte Brotzeit im Chiemsee-Alpenland hat regionalen Charakter. Alles Gute kommt aus der Region: Käse vom Bauern, Wurst und Schinken vom Dorfmetzger, Brot, Semmeln und Brez'n vom Bäcker um die Ecke, Radieserl vom Wochenmarkt.

Natürlich darf auch das kühle und spritzige Bier nicht fehlen. Das Bayerische Reinheitsgebot ist allseits bekannt und bald 500 Jahre alt. Im Chiemsee-Alpenland gleicht kein Bier dem anderen. Auf höchster Stufe der Professionalität brauen hier unzählige Brauereien hervorragende Bierspezialitäten. Auch Autofahrer können ein Bier genießen, denn es gibt die Varianten leicht oder alkoholfrei. Eine Mass ist ein Liter Bier in einem Maßkrug – in den meisten Biergärten die einzige gültige Maßeinheit. Auch wenn Sie nach einem Hellen fragen, bekommen Sie ein Bier. Daneben können Sie auch ein Dunkles oder ein Weißbier (Weizenbier) bestellen. Gemischt mit Zitronenlimonade – auch Kracherl genannt – wird das Helle zum Radler, das Weißbier zum Russ(e)n.

Und hier noch ein paar andere wichtige Stichworte:

  • Bschoad diache – Bschoad kommt von „was einem beschieden wurde“, Diache von Tüchlein: In früherer Zeit wurde das, was vom reichlichen (Fest-)Mahl nicht aufgezehrt werden konnte, als sogenanntes „Bschoad“ in ein Taschentuch oder in eine Serviette gepackt und mit nach Hause genommen.
  • Fleischpflanzl – Frikadelle, Bulette
  • Kaas – Käse
  • Lebakaas – Leberkäse, Wurstspezialität, die in Bayern weder Leber noch Käse enthalten darf
  • Obatzda – bayerische Spezialität, angemachter Käse
  • resch – knusprig
  • Radi – Rettich
  • Schmankerl – Delikatesse, Spezialität
  • Kren – Meerrettich
  • Semmeln und Brezn – Brötchen und Brezeln.
  • An Guadn! – Guten Appetit!

 

Das Wichtigste bei einer Brotzeit ist aber das bayerische Lebensgefühl: Gemütlich mit Freunden und Familie zusammensitzen, die Gastlichkeit genießen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen – wie es bei uns im Chiemsee-Alpenland heißt. Wir wünschen "An Guadn"!

Sind Sie auf den Geschmack gekommen? Dann gibt es hier weitere Informationen zum Thema Brotzeit:

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