Fastenzeit

Der 40-tägige Zeitraum des Fastens zur Vorbereitung auf das Osterfest ist auch Starkbierfestzeit...

© Hötzelsperger
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Kaum ist das bunte, ausgelassene Faschingstreiben vorbei, schon beginnt mit der Fastenzeit die Periode der inneren Einkehr und Askese. Am meisten gefastet wird dabei im Süden Deutschlands. Wenn es um das jährliche Verzichten zur Fastenzeit geht, sind die Bayern laut einer Forsa-Umfrage deutschlandweit Spitzenreiter – und das trotz kulinarischer Versuchungen wie Bier, Obazda und Schweinshax’n.

Die Fastenzeit beginnt jedes Jahr am Aschermittwoch und endet am Karsamstag. Da die Sonntage jeweils vom Fasten ausgenommen sind, kommt man genau auf vierzig Fastentage. Im christlichen Sinne soll dabei an das Fasten von Jesus Christus erinnert werden, der vor der frohen Botschaft des Neuen Bundes selbst vierzig Tage und vierzig Nächte in der Wüste verbrachte.

Neben Kaffee und Süßigkeiten verzichten viele Menschen heutzutage während der Fastenzeit vor allem auf alkoholische Getränke. Was viele jedoch nicht wissen, ist die Tatsache, dass im Mittelalter der Biergenuss zur Fastenzeit vom Papst offiziell erlaubt wurde. Früher war der Grundsatz „Flüssiges bricht Fasten nicht“ weit verbreitet, so dass Mönche intensiv daran arbeiteten, ein besonders nahrhaftes und starkes Bier zu brauen, um die Einschränkungen der kargen Fastenzeit zu umgehen. Vorsichtshalber wollten sie den Genuss aber dennoch von oberster Instanz absegnen lassen und schickten eine Kostprobe zum Papst nach Rom. Den vierwöchigen Transportweg über die Alpen überstand das Getränk aber nicht unbeschadet. Die Bierfässer konnten während der strapaziösen Reise nicht kühl gelagert werden, sodass der flüssige Inhalt durch andauernde Hitze letztendlich sauer wurde. Der Papst sah den Verzehr dieser Brühe eher als Buße an, worauf er zur Freude der Mönche seinen Segen gab.

Fastenkuren und Fastenwandern in Bayern

Als Gesundheitsregion nimmt Bayern innerhalb der Bundesrepublik eine herausragende Stellung ein. Kein anderes Bundesland kann so viele Kur- und Erholungsorte vorweisen wie Bayern. Grund hierfür ist die Fülle an natürlich vorkommenden Heilmitteln, wie Moorbäder, Heil- oder Thermalquellen, die direkt vor Ort in Form von Wellness- und Kuranwendungen gesundheitsfördernd eingesetzt werden können. Auch als Begleiter zur Fastenzeit wird der Einsatz von natürlichen Heilmethoden immer beliebter. So findet man in Bayern auch eine Vielzahl an Unterkünften, in denen spezielle Fastenkuren angeboten werden. Dichte Wälder, grüne Täler sowie markante Berge in Verbindung mit reiner Landluft und einem angenehm milden Klima machen Bayern zudem zur idealen Region für ausgedehnte Wanderungen während der Fastenzeit. Immer mehr Klöster, Hotels und Wellnesseinrichtungen erweitern ihr Angebot um das sogenannte Fastenwandern. Im Mittelpunkt steht hierbei die Steigerung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens durch die Kombination aus gesunder Ernährung und regelmäßigen Wanderausflügen in der Natur.