Peter und Paul

Mit dem Petersfeuer wird im Chiemsee-Alpenland vielerorts an die beiden Apostel gedacht…

© Hötzelsperger
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Der Heilige Petrus gilt als erster Bischof der Weltkirche. Der Heilige Paulus, der seinerzeit ein herausragender Verkünder der Lehre Jesu war, wird heute als der eigentliche Gründer des Christentums angesehen. Der Überlieferung nach fanden beide zur Regierungszeit des römischen Kaisers Nero den Tod (ca. 67 n. Chr.).

Die erstmalige Begehung des Hochfestes "Peter und Paul" lässt sich bis in das Jahr 354 n. Chr. zurückverfolgen. Am 29. Juni des genannten Jahres wurden drei Messen abgehalten: Die erste im Petersdom im Vatikan, die zweite vor den Mauern in der Basilika St. Paul und die dritte in den Katakomben an der Via Appia – ehemalige Ruhestätte der beiden Apostel. Heute sind zahlreiche Kirchen den beiden Heiligen geweiht. Zudem finden an diesem Tag in der katholischen Kirche viele Priesterweihen statt.

Im Chiemsee-Alpenland wird vielerorts am 29. Juni mit dem Petersfeuer (bay. "Peterlfeuer") an die beiden Apostel gedacht. Örtliche Vereine, wie z.B. die Freiwillige Feuerwehr oder Schützenvereine, laden zum traditionellen Fest ein. Ein großer Holzstoß, der Tage zuvor aufgeschichtet wurde, wird in der sommerlichen Abendstunde angezündet. Auch wird eine Strohpuppe, der sog. "Peter", über dem Scheiterhaufen verbrannt. Mit dieser Zeremonie, so glaubt man, wird das Unheil vertrieben. Nachdem der Stoß niedergebrannt ist, beginnt das vergnügte Springen über die Glut. Jeder Springer hat nach einem erfolgreichen Sprung – so heißt es – einen Wunsch frei.