Unterkunft suchen

Über 1200 Hotels, Ferienwohnungen, Bauernhofunterkünfte …

Warenkorb
Wann wollen Sie an- und wieder abreisen?
Wieviele Personen reisen an?
erweiterte Suche

größte Auswahl garantiert

Bezahlung vor Ort

Ausgezeichnete Beratung und sichere Buchung (Ihre Daten werden mit SSL Technologie verschlüsselt übertragen und sind somit für Unbefugte nicht lesbar).

Bayerische Bräuche im Advent und an Weihnachten

Tradition wird bei uns ganz besonders in der Vorweihnachtszeit groß geschrieben, vom Nikolaus bis zum Christkindlschießen und den Rauhnächten.

krippe.jpg
nikolaus.jpg
christkindlmarkt.jpg
christmette.jpg
Bräuche an den Weihnachtstagen

Bräuche an den Weihnachtstagen

Der Christbaum 

Einen schön geschmückten Christbaum in die Wohnung zu  stellen, ist ein gelebter Weihnachtsbrauch. Dieser Brauch ist gerade mal 400 Jahre alt. Eine düstere Winterzeit mit grünen Pflanzen als Symbol für neues Leben sowie Kerzen als Hoffnung auf mehr Licht zu schmücken, gab es aber schon immer. Bevor der Christbaum eingeführt wurde, hatten die Familien ihre Zimmer wie eine "Sommerlaube" bis zur Decke mit immergrünen Zweigen dekoriert. Später waren es nicht mehr nur Zweige, sondern gleich ganze Bäume, die unter der Decke hingen. Erst im 17. Jahrhundert wurde der Baum so wie heute aufgestellt. 
Der Baumschmuck wurde sorgfältig ausgesucht: Blankgeputzte, rotbackige Äpfel erinnerten an Adam und Eva und galten als Fruchtbarkeitssymbol, knusprige Lebkuchen sollten langes Leben schenken, und Rosen aus Seidenpapier ließen die Christbäume auch im Winter "blühen". Ab dem 19. Jahrhundert fand der Christbaum allgemeine Verbreitung. Heute stellt man einen Nadelbaum in den Raum, je nach Geschmack verwendet man verschiedene Tannen, Fichten, Föhren oder auch einen künstlichen Baum. Die Bäume werden mit echten Kerzen oder Lichterketten versehen und in den verschiedensten Arten geschmückt.

Christmette

Da Jesus laut Bibel in der Nacht geboren wurde, wird in der christlichen Tradition auch nachts Weihnachten gefeiert. Der Besuch der Christmette ist ein Brauch, der in vielen Familien gepflegt wird. Um Mitternacht findet die Christmette statt und beendete damit die damalige Fastenzeit, die in der Adventszeit begangen wurde. 
Unter Christmette versteht man ursprünglich das in der Heiligen Nacht gesungene Morgengebet der Kirche zum Weihnachtsfest. Mit der Zeit wurden die Feiern oft vorverlegt. Während in vielen evangelischen Gemeinden in der Region die Gottesdienste schon am Heiligen Abend und sogar schon am Nachmittag gefeiert werden, hat sich in den katholischen Gemeinden die Tradition der Christmette erhalten.

Das Christkindlschießen

Das Weihnachtsschießen, Christkindlschießen, Christkindl-Anschießen bzw. der Christkindl-Salut ist ein oberbayerischer Brauch. Zurückzuführen ist das Christkindlschießen auf einen heidnischen Brauch aus dem 16. Jahrhundert, um böse Geister zu vertreiben und fernzuhalten. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich dieses festliche Schießen als ein Einleiten des Weihnachtsfestes und zur Begrüßung des Christkindes entwickelt. Dazu versammeln sich Böllerschützen in der Dorfmitte am Nachmittag des 24.12. und schießen Weihnachten ein bzw. begrüßen das Christkindl. Im Chiemsee-Alpenland wird der Brauch beispielsweise in Bernau a.Chiemsee, Brannenburg, Eggstätt, Prien a.Chiemsee, Rimsting a.Chiemsee, Rottau (Grassau) sowie im Achental gelebt.

Bräuche in der Adventszeit

Bräuche in der Adventszeit

Das Paradeisl

Das Paradeisl hat dieselbe Funktion wie der Adventskranz. Auch er soll durch das Anzünden von immer mehr Kerzen das kommende „Licht der Welt“ symbolisieren. Der Paradeisl besteht aus vier roten Äpfeln, die durch meist kunstvoll handgeschnitzte oder bemalte Stöckerl zu einer Dreieckspyramide verbunden werden. Sie steht auf einem mit Gebäck, Äpfel und Nüssen verziertem Teller in der Stube. Auf jedem Apfel steckt eine Kerze, die an den Adventssonntagen angezündet werden, jeden Sonntag eine mehr. Am vierten Adventssonntag wird die letzte Kerze an der Spitze des Paradeisls entzündet.

Der Adventskranz

In der Vorweihnachtszeit darf der Adventskranz nicht fehlen. Dabei gibt es ihn noch gar nicht so lange. Die ursprüngliche Symbolik ist die Zunahme des Lichtes als Ausdruck der steigenden Erwartung auf die Geburt Jesus hin, der im christlichen Glauben als „Licht der Welt“ bezeichnet wird. Der Adventskranz wurde von dem Hamburger Theologen Johann Hinrich Wichern im 19. Jahrhundert eingeführt. Der Erzählung nach nahm er sich einiger Kinder an, die in großer Armut lebten. Er zog mit ihnen in ein altes Bauernhaus und betreute sie dort. Da die Kinder während der Adventszeit immer fragten, wann denn endlich Weihnachten sei, baute er 1839 aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit 19 kleinen und 4 großen weißen Kerzen. Jeden Tag der Adventszeit wurde nun eine weitere Kerze angezündet, an den Adventssonntagen eine große Kerze, sodass die Kinder die Tage bis Weihnachten abzählen konnten. Aus dieser Idee hat sich der heutige Adventskranz mit vier Kerzen entwickelt. 1925 hing ein Adventskranz mit 4 Kerzen zum 1. Mal in einer katholischen Kirche in Köln, seit 1930 fortan auch in München. Dieser Brauch verbreitete sich bis heute weltweit. Um 1935 wurden dann die ersten häuslichen Adventskränze auch kirchlich geweiht, so wie es bis heute Brauch ist. Heute werden nur noch 4 Kerzen auf einen Kranz gesetzt, für jeden Sonntag im Advent eine. Den Adventskranz gibt es in Bayern erst seit ungefähr 60 Jahren, vorher war das "Paradeisl“ vor allem in Altbayern der Brauch.

Der Adventskalender

Ein großer Spaß - inzwischen nicht nur für Kinder - ist der Adventskalender und in der Adventszeit nicht mehr wegzudenken. Doch was steckt dahinter und seit wann gibt es Adventskalender? 

Er besteht aus insgesamt 24 Türchen, Säckchen oder ähnlichem, für jeden Tag im Dezember bis zum Heilig Abend eines. Für Kinder ist er die pure Freude. Jeden Tag ein Türchen öffnen und die Vorfreude auf Weihnachten steigt und steigt. Täglich enthält der Adventskalender eine neue Überraschung bereit und so erscheint das Warten bis Weihnachten nicht so lange.

Im 19. Jahrhundert, als der Adventskalender seinen Ursprung fand, diente er zunächst als ein Zeitmesser oder auch Zählhilfe. Zu dieser Zeit gab es noch keine Türchen, die man öffnen konnte und auch keine Überraschungen für jeden Tag. Es wurden Bilder an die Wand gehangen. Jeden Tag kam ein weiteres Bild hinzu, bis der 24. Dezember erreicht und demnach 24 Bilder an der Wand hingen. Manchmal wurden auch nur mit Kreide 24 Striche an die Wand gemalt, von denen die Kinder jeden Tag eines wegwischten. Wenn der letzte Strich von der Wand entfernt war, wussten sie: Jetzt ist Weihnachten. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen erstmals gedruckte Adventskalender auf den Markt.

Der Christkindlmarkt

Eine der schönsten Zeiten des Jahres beginnt für viele Menschen Ende November - denn dann beginnt die Weihnachtszeit. In jeder bayerischen Stadt locken zahlreiche einzigartige Adventsmärkte mit Lebkuchen, Plätzchen, Bratwurst, Glühwein und anderen lokalen Spezialitäten. Die Vorweihnachtszeit ist die besinnlichste Zeit des Jahres, geprägt von Kerzenlicht und Plätzchenduft, Eisblumen am Fenster, geheimnisvollen Weihnachtsgeschichten, Weihnachtsliedern, klirrender Kälte und romantischen Nächten am lodernden Kaminfeuer. Und wo kann man sich besser auf das Weihnachtsfest einstimmen als auf einem der vielen bayerischen Christkindlmärkte? Zu den Christkindlmärkten >>

Barbarazweige

Einem wunderbaren alten Brauch zufolge werden am Barbaratag, den 4. Dezember, Zweige von Obstbäumen abgeschnitten und in die Stube gestellt, damit sie zu Weihnachten blühen. Dies beruht auf die Legende der Märtyrerin Barbara von Nikomedia, die um 300 n.Chr. zum Christentum konvertiert war. Aufgrund dessen wurde sie von ihrem Vater ins Gefängnis geworfen und zum Tode verurteilt. Ein Kirschzweig verfing sich dabei in ihrem Gewand, den Sie im Kerker mit Wasser aus ihrer Trinkschale tränkte. Am Tage ihres Todes erblühte der Kirschzweig und der zornige Vater wurde daraufhin vom Blitz erschlagen.

Der heilige Nikolaus

Der Nikolaustag am 6.12. führt zurück auf den heiligen Nikolaus von Myra, ein populärer Schutzpatron der Kinder. Vielerorts stellen die Kinder einen Stiefel oder Schuh am Vorabend des Nikolaustags vor die Tür, um vom Nikolaus beschenkt zu werden. Die Kinder erhoffen sich dann im Schuh süße Gaben wie Nüsse, Äpfel, Lebkuchen, Schokolade usw. zu finden. In der heutigen Zeit kommt der Nikolaus meist persönlich am Abend des 5. oder 6. Dezembers. Der Nikolaus will dann meist von den Kindern auch wissen, ob sie brav gewesen sind und auch fleißig das gemacht haben, was ihnen die Mutter befohlen hatte. Begleiter des Nikolaus ist in unserer Region stets der Krampus, eine Schreckensgestalt mit geschwärztem Gesicht, der den bösen Kindern einen Schrecken einjagen soll.

Ursprünglich war der Nikolaustag auch der Tag der Bescherung. Durch die Reformationen der evangelischen Kirche, die ja keine Heiligen kennt, wurde das Bescheren dann auf den Heiligen Abend verlegt. In unserer Region wurde dadurch der Nikolaus vom Christkind als Gabenbringer abgelöst.Kripperl

Die figürliche Darstellung der Heiligen Nacht wird seit vielen Jahrhunderten im Christentum verherrlicht. Dieser Brauch geht vermutlich auf den Heiligen Franz von Assisi zurück, der im Jahre 1223 erstmals das Weihnachtswunder mit lebenden Tieren und Menschen nachstellte. Dies diente dem Zweck, den Gläubigen das Weihnachtsevangelium des Lukas näher zu bringen. Kurze Zeit darauf, im Jahre 1291, entstand die nun heute vermutlich älteste Krippe der Welt mittels einer figürlichen Anbetung der Heiligen Drei Könige in der Sixtinischen Kapelle in Rom.

Die ersten hölzernen Krippen, wie wir sie heute kennen, entstanden im 17. Jahrhundert durch Südtiroler Bergbauern. Anfangs schnitzte man nur Jesuskind, Maria und Josef, Ochs und Esel, im 19. Jahrhundert kamen aber immer mehr Figuren dazu. Heute sind die Kripperl bei vielen Familien ein wichtiger Bestandteil der Advents- und Weihnachtszeit.

Die Klöpfelnächte

Das Klöpfeln ist bzw. war aus dem Mittelalter ein stammender heidnischer Brauch. An den drei Donnerstagen der Adventszeit wurde in den frühen Abendstunden nach Einbruch der Dämmerung geklöpfelt. Am vierten Donnerstag durfte nicht klöpfeln gegangen werden, denn es hieß, es ging „da Deifi mit“. Die finsteren Gestalten wurden von den Bauern immer erwartet, da - dem Aberglauben nach - die Klöpfer die Geister und Dämonen vertrieben, die in den längsten und dunkelsten Nächten des Jahres unterwegs waren.

Das Klöpfellied versprach eine gute Ernte und Gesundheit für Haus und Hof. Wenn sie ihre Glück- und Segenswünsche ausgesprochen hatten, wurden sie von der Bäuerin mit allerlei Essbarem, mit Eiern, Fleisch und Mehl beschenkt. Aus diesem Grund war das Klöpfeln den Hirten und Armen des Dorfes vorbehalten, die sich auf diese Weise mit Lebensmittel für Weihnachten eindeckten. Doch bald wurde der Brauch missbraucht: Er artete im 18. Jahrhundert in eine allgemeine Bettelei aus und musste von den Behörden wiederholt verboten werden. Während des nationalsozialistischen Regimes wurde das Klöpfeln sogar unter Strafe gestellt, durfte es doch zu dieser Zeit keine „Bettelei“ geben. Nach Ende des zweiten Weltkriegs jedoch erinnerte man sich wahrscheinlich wegen der Hungersnot an diesen Brauch.

In den Frauenklöstern wurde die Bedeutung der Klöpfelnächte (die drei Donnerstage vor Weihnachten) umgedeutet. Sie sollten zur Vorbereitung auf die Ankunft Jesu dienen. In jüngster Zeit wurde er als Kinderbrauch an den Adventsdonnerstagen wieder neu belebt. Die Kinder ziehen von Haus zu Haus, sagen Klöpfelverse auf und singen Klöpfellieder. Und wie früher werden sie beschenkt. Der Erlös kommt einem guten Zweck zugute oder wird der Mission zugeführt.

 

Bräuche in der Zeit nach Weihnachten

Bräuche in der Zeit nach Weihnachten

Krampus- und Perchtenlauf

Schon bevor Weihnachten zu einem christlichen Feiertag wurde, war die Zeit um den 24. Dezember ein besonderes Fest. Man feierte den kürzesten Tag des Jahres, weil da die Kraft der Sonne wieder zunahm und die Tage länger wurden. Um die Wintersonnenwende rankte sich außerdem der Aberglaube, dass in den längsten Nächten des Jahres die bösen Geister am aktivsten seien. Daraus erklärt sich der alpenländische Brauch des Krampus- und Perchtenlaufens.

Was den Ursprung der Perchten angeht, so scheiden sich bereits an diesem Punkt die Geister deutlich. Während die einen meinen, dass die gruseligen Gestalten auf einen heidnischen Brauch zurückgehen und aus diesem Grund nicht mit der katholischen Kirche in Zusammenhang gebracht werden sollten, sind die anderen der Meinung, dass eben genau das Gegenteil der Fall ist und die Perchten sich eigentlich vom Dreikönigstag ableiten. Welche der beiden Geschichten nun stimmt, lässt sich heute kaum noch nachvollziehen, doch landläufig werden die Perchten im Namen der Geistervertreibung losgeschickt.

Dabei werden zunächst einmal zwei Gruppen unterschieden, die Schönperchten und die sogenannten Schiechperchten. Wie der Name bereits erkennen lässt, sind die Schönperchten eher freundliche Gesellen, welche mit Musik und freundlichen Klängen durch die Gegend ziehen und den Menschen wohlgesonnen sind. Gefürchteter sind da schon die Schiechperchten, die nicht selten auch dafür verantwortlich sind, dass kleine Kinder anfangen zu weinen. Sie haben schaurige Masken auf und sind meist mit Ruten oder Zweigen bewaffnet, welche sie auch mit Vorliebe einsetzen. Jeder, der nicht schnell genug laufen kann, bekommt eins mit der Rute und so sollte man sich von den Schiechperchten nach Möglichkeit eher fernhalten.

Beide Gruppen, also sowohl die Schönperchten als auch die Schiechperchten sind mit Peitschen und Glocken ausgestattet. Lautstark ziehen sie mit Peitschenknallen und Glockenläuten durch die Straßen, wobei auch geschossen wird, um die bösen Geister, die die Menschen vor allem in den langen, dunklen Winternächten wähnten, zu vertreiben. Die Haustüren werden dabei abgeschlossen, um das Unheil nicht hinein zu lassen, die Häuser mit Weihwasser und Weihrauch gereinigt. Auch der Stall wird dabei ausgeräuchert, um das wertvolle Vieh zu schützen. Der Besuch von Perchten wird bisweilen im Volksmund als glückbringendes Omen hochgehalten.

Die Rauhnächte

Die Rauhnächte (auch Raunacht oder Rauchnacht) sind die geheimnisvollste Zeit des Jahres. Der Name „Rauhnächte“ kommt einerseits vom Räuchern, mehr aber noch von rau - den wilden haarigen Dämonen, die in diesen Nächten ihr Unwesen trieben. Die Rauhnächte oder zwölf Nächte (auch Zwölf- oder Glöckelnächte) sind Nächte um den Jahreswechsel, denen im europäischen Brauchtum oft besondere Bedeutung zugemessen wird. Meist handelt es sich um die zwölf Nächte zwischen dem Heiligen Abend (24. Dezember) und dem Dreikönigstag (06. Januar), aber auch andere Zeiträume, beispielsweise zwischen dem Thomastag (21. Dezember) und Neujahr (01. Januar). Es gibt Unterschiede in der Anzahl der Rauhnächte, zwischen drei und allen zwölf Nächten je nach Region. Als die drei wichtigsten Raunächte werden die Christnacht, die Silvesternacht und die Nacht zum Dreikönigstag bezeichnet. In manchen Gebieten wird die Thomasnacht noch hinzugezählt.

Zumindest an den drei/vier besonders wichtigen Rauhnächten werden im Volksbrauchtum Haus, Hof und Stall vom Hausvater mit einer selbst zusammen gestellten Mischung aus Myrrhe, Weihrauch, Rosenblättern und Lavendel beduftet und beraucht und später mit Weihwasser gesegnet, Kerzen entzündet und Gebete gesprochen. Somit wird das Haus gereinigt vom „Alten des Jahres“ und vorbereitet auf das „Neue Jahr“. Es handelt sich hierbei um einen christliches Brauchtum.

Baambussln

Dieser alte Brauch in Bayern findet immer am 5.Januar in der letzten Rauhnacht statt. An diesem Abend machten die bäuerlichen Familien mit Kindern, Großeltern, Knechten und Mägden und allen Hausbewohnern einen Gang durch die Obstgärten. An jedem Baum wurde Halt gemacht, der Baum wurde vom jüngsten Kind umarmt, gebusselt und die Erwachsenen bedankten sich für das vergangene Jahr, die volle Blüte, die reiche Ernte und somit für die Geschenke des Baumes. Wahrscheinlich wurde der Gang mit Gebeten und Fürbitten begleitet. Das kleine Kind durfte dann nach der Umarmung, als Lohn für sein Tun, in eine Schmalznudel beißen.

Vielleicht probieren Sie es mit Ihren Bäumen auch aus? Allein, wie sich die Bäume im Winter anfühlen, ist diese Erfahrung wert!

Kletzenbrot

Das ist auch ein alter Brauch um die Rauhnachtszeit. Früher wurde auf den Höfen das Kletztenbrot aus Dörrzwetschgen, getrockneten Birnen und Roggenteig gebacken. Heute gibt es das traditionelle Brot auch in guten Bäckereien, mit vielen Gewürzen, Feigen, Nüssen, Zitronat und Orangeat und meistens noch mit einer kleinen geheimen Zutat. Es war auch in manchen Gegenden Brauch (siehe Baambusseln), dass die Bäuerin mit den mit Teig veklebten Händen von Baum zu Baum  ging, die Bäume umfasste und um reichen Segen fürs nächste Jahr bat. Nachdem man zu damaliger Zeit noch sehr bewusst mit Hausgeistern und unsichtbaren Hauswesen umging, wurde den Hausgeistern auch "das Ranftl"- das Endstück des Kletzenbrot-Laibes geschenkt, bzw. ins Herdfeuer gespendet, um sich auch für die kommende Zeit die Gunst der Wesen zu sichern.