Kloster Frauenwörth auf der Fraueninsel Kloster

Idyllisch gelegen im Chiemsee: das Benediktinerinnenkloster Frauenwörth

"Es gibt für mich keinen vergleichbaren Ort, der sich in der Kombination von geistig spiritueller Kraftquelle, moderner Erwachsenenbildung und reizvoller, idyllischer Landschaft mit Frauenwörth im Chiemsee messen kann!"

Annemarie Biechl (Vorsitzende des Vereins der Benediktinerinnen-Abtei Frauenwörth im Chiemsee e.V.)

Das Kloster Frauenwörth damals und heute

Bayernherzog Tassilo III. hat das Beneditktinerinnenkloster im Jahr 772 gegründet. Die erste namentlich bekannte Äbtissin ist die Selige Irmengard (832 bis 866), die Schutzpatronin des Chiemgaus. Benediktinerinnen bewohnen und bewirtschaften das Kloster noch heute. Auf der Insel, die gerade mal 300 Meter Breite und 600 Meter Länge misst, nimmt das Kloster etwa ein Drittel der Gesamtfläche ein.

Das Jahr 1803 steht mit der Säkularisation und der vorläufigen Schließung des Klosterbetriebs für einen schweren Einschnitt in der Geschichte der Fraueninsel. Nur eine Handvoll Frauen wohnte noch im Kloster; den Fischern und Handwerkern auf der Insel brach ein wichtiger Auftraggeber weg. Die Insel verarmte.

Dank der Intervention durch König Ludwig I. überlebte das Kloster, jedoch mit der Auflage der Übernahme eines Erziehungsauftrages. Daher widmete sich die Abtei in der Zeit von 1838 bis 1995 dem Schul- und Internatbetrieb. Von 1930 bis 1995 war im Kloster eine Mädchenrealschule untergebracht. Seit deren Schließung nutzen die Klosterfrauen die Räume für 500-600 Seminare mit rund 20.000 Gästen pro Jahr.

Die Klosterfrauen bewirtschaften Kloster, Klosterladen, Kräuter- und Blumengarten und betreiben einen schwungvollen Seminarbetrieb. Das Kloster Frauenwörth ist heute ein bekannter Seminarort für Erwachsenenbildung, viele Musikveranstaltungen finden hier statt. Einkehr und Besinnung, Kunst, Tanz, Musik, Yoga, Malkurse, Bewegung, Gesundheit sind die Seminarthemen auch für Männer und Nichtchristen. Darüber hinaus öffnet das Kloster seine Pforten auch privatwirtschaftlichen Unternehmen sowie Anstalten des öffentlichen Dienstes und bietet eine einzigartige Location für Fortbildungsseminare, Tagungen und Kongresse.

Wer Besinnung, Einkehr und geistigen Austausch mit den Schwestern des Klosters sucht, kann auf Anfrage im Gästehaus "Scholastika" Unterschlupf finden (Übernachtung ab 30 € p.P.). Das direkt am Ufer des Chiemsees gelegen Haus ist aus dem Jahr 1611 und wurde bis heute in seiner Architektur nicht verändert.

Sehenswürdigkeiten

Das Kloster Frauenwörth selbst kann nicht besichtigt werden, dafür die Klosterkirche, die Torhalle, die Kapelle und der Friedhof.

  • Das Marienmünster ist eine dreischiffige Basilika aus dem 11./12. Jahrhundert und gehört zu den ältesten kirchlichen Großbauten im süddeutschen Raum. Der romanische Bau weist spätgotische Einflüsse auf und verfügt über einen der ältesten Chorumgänge Süddeutschlands. Hier ist die Ruhestätte der Heiligen Irmengard, die als erste namentlich bekannte Äbtissin dem Kloster vorstand. Sie ist Schutzheilige der Insel und des Chiemgaus. Ihr Grab wird besonders von Paaren mit einem Kinderwunsch bepilgert. Im Marienmünster können Sie sich auch trauen lassen.
  • Der freistehende Glockenturm des Marienmünster, auch "Campanile" genannt, stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist das Wahrzeichen der Insel: in wuchtiger, achteckiger Turm mit Zwiebelhaube.
  • Die karolingische Torhalle aus dem 9. Jahrhundert ist das älteste Gebäude der Insel. Im Treppenhaus können Kopien der romanischen Fresken, die wohl Anfang des 12. Jahrhunderts in der Klosterkirche Marienmünster entstanden sind, besichtigt werden. Sie sind frühe Zeitzeugen romanischer Monumentalmalerei in Europa.
  • In der Michaelskapelle wurden auf den Apsiswänden Fresken aufgedeckt, die zu den frühesten in ganz Bayern zählen und in der Zeit 860 bis 865 unter byzantinischem Einfluss entstanden sind.
  • Auf dem Friedhof der Klosteranlage ruhen bekannte Bildhauer, Maler, Schriftsteller, Professoren und Musiker. Zum Beispiel hat Max Haushofer, der an der Münchner Technischen Universität eine Professur für Nationalökonomie und Statistik inne hatte, hier seine letzte Ruhe gefunden. Er ist der Sohn des berühmten Landschaftsmalers Maximilian Haushofer, der als der Gründer der Künstlerkolonie auf der Fraueninsel in die Kunstgeschichte eingegangen ist. Dieser machte sich 1828 als 17-jähriger Münchner Schüler mit Freunden zu Fuß auf den Weg an den Chiemsee. Dem Aufenthalt im Gasthof „Zur Linde“ auf der Fraueninsel folgten weitere. Haushofer studierte Jura und kam mit Künstlerkreisen in Kontakt. Seine Begeisterung für die Fraueninsel und den Chiemsee als künstlerisches Sujet gab er an zahlreiche Malerkollegen weiter, und so entwickelte sich die Fraueninsel zu einer Künstlerkolonie. Erst mit dem Bau der Bahnstrecke Rosenheim-Salzburg im Jahr 1860 und der anschließenden touristischen Entdeckung der Region zogen sich die Künstler wieder zurück. Auf dem ummauerten Klosterfriedhof liegen nicht nur Max Haushofer, sondern auch der „Schlachtenmaler“ Franz von Roubaud und Christoph Christian Ruben. Zur Künstlergilde zählen auch die Maler Karl Raupp und Josef Wopfner sowie der Schriftsteller Ludwig Thoma.
  • Der Klosterladen verkauft selbstgemachtes Marzipan in traditionellen Holzmodellen geformt, Likör und Literatur. Das Marzipan wurde aus der Not heraus geboren. Im Anschluss an Seligsprechung der Heiligen Irmengard 1928 setzte ein Pilgerstrom auf die Insel ein, der bis heute anhält. Um die vielen Besucher zu versorgen, begannen die Klosterfrauen mit der Herstellung von Marzipan als „Pilgerbrot“. Um 1400 begann die Abtei mit der Herstellung von Schnaps, um 1700 gab es auch eine Brauerei.
    Das Marzipan ist heute ein beliebtes Souvenir. Klosterfrauen und weltliche Helferinnen stellen es nach wie vor in Handarbeit mit individuellen Holzmodeln her. Es hat mit 52 Prozent einen wesentlich höheren Mandelanteil als industriell hergestelltes Marzipan und ist nur im Klosterladen erhältlich. Seine Rezeptur sowie die des Kräuterlikörs, der aus logistischen Gründen nicht mehr auf der Insel hergestellt wird, sind geheim. Ursprünglich stammte die Kräutermischung aus dem Klostergarten, dessen Bedeutung bereits 1263 erwähnt wurde.

Besondere Hinweise

Wer das Inselleben in Ruhe genießen will, wäre im Sommer zur Hauptsaison ein Besuch in den Morgen- oder Abendstunden empfehlenswert. Heiraten auf der Fraueninsel ist sowohl kirchlich als auch standesamtlich möglich. Der alljährliche Christkindlmarkt auf der Fraueninsel ist ein tolles Erlebnis. Tipps zu einem kleinen Spaziergang über die Fraueninsel finden Sie hier.

Kontakt

Abtei Frauenwörth auf der Fraueninsel

83256 Frauenchiemsee

Telefon +49 (0)8054 9070

Fax +49 (0)8054 7967
abtei@frauenwoerth.de

www.frauenwoerth.de


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