Eine abwechslungsreiche, aber anspruchsvolle Rundtour von Hohenaschau über den Hammerbach auf dem Milliweg hinauf ins Hochtal der Hofalm. Unbefestigte Bergwege, historische Relikte der Eisenverarbeitung und eine aussichtsreiche Alm machen diese Tour zu einem echten Erlebnis. Der Rückweg führt über den Zellgraben zurück nach Aschau – mit Möglichkeit zur Erfrischung in der Wassertretanlage.
Wegbeschreibung
Ausgangspunkt der Wanderung ist der Parkplatz Festhalle unterhalb von Schloss Hohenaschau. Vom Parkplatz geht es rechts hinaus und unterhalb des Schlosses in Richtung Hammerbach. Am Gasthof Brucker vorbei führt der Weg über die Prienbrücke. Anschließend biegt man links in die Zellerhornstraße ein und kurz darauf rechts Richtung Hammerbach ab. Der Beschilderung Nr. 26 folgend, geht die Straße in einen unbefestigten Bergpfad in den Milliweg über. Dem ansteigenden Steig durch die wildromantische Felsschlucht des Hammerbaches folgen, vorbei am wasserfallartigen Absturz des Baches (je nach Witterung). Seine Quelle ist ein Abfluss aus dem Höhlenlabyrinth des Laubensteins. Über anspruchsvolle Serpentinen, teils entlang von Felswänden, führt der Weg durch dichten Wald bergauf. Der Abzweig zur Elland Alm (nicht bewirtschaftet) bleibt links liegen. Am Ende des Anstiegs erreicht man die Waldgrenze und das Hochtal auf 950–1000 m Höhe. Die Hofalm (je nach Saison) lädt mitten im Hochtal zu einer Rast ein – ideal für eine Brotzeit. Für den Abstieg hält man sich nach der Pause links und wandert in etwa 45 Minuten auf einem steilen, kiesigen Bergweg hinunter zur Zellerhornstraße. An heißen Tagen bietet die Kneippanlage im Hammerbach eine willkommene Erfrischung. Von dort geht es gemütlich zurück zum Parkplatz Festhalle.
Geschichte: Schon der Name des Gewässers „Hammerbach“ weist uns auf seine frühere Bedeutung hin. An dieser Stelle gründete Pankraz von Freyberg, einer der Burgherren auf Hohenaschau, 1546 eine Eisenhütte. Man kann es heute fast nicht mehr glauben, dass während der Hochblüte der Eisenverarbeitung in Aschau i.Chiemgau eines der bedeutendsten Werke Bayerns mit zwei Hammern in Betrieb war. Ca. 350 Arbeiter im Tal lebten vom Eisen. Allein 23 Aschauer Nagelschmiedemeister erhielten im Jahre 1850 ihr Roheisen von der Hütte und lebten mit ihren Familien von der Herstellung der Nägel. Das Erz wurde damals mit Fuhrwerken aus der Gegend um den Kressenberg (bei Teisendorf) herbeigeschafft. Die notwendige Energie zur Nagelproduktion erzeugte man aus Holzkohle, welche die Köhler u. a. auf dem Hochplateau der heutigen Hofalm, zu der wir wandern, herstellten. Als sich die Erzverarbeitung nicht mehr rentierte, wurden die Werke 1879 aufgelassen. Seit diesen Tagen nagte der Zahn der Zeit an den ausgedienten Gebäuden.