B wie Brotzeit

Bergmessen und Bergwanderführer...

Bedeutung der Almen

Die Almwirtschaft hat eine ökonomische, ökologische und soziokulturelle Funktion.

Ökonomische Bedeutung:

Die Almwirtschaft dient der Aufzucht von wertvollem Vieh, die erzeugten Produkte haben eine hohe Qualität und stammen aus der Region. Bis zu einem Drittel des Futterbedarfs der Talbetriebe kommt von der Almweide. Die Alm bringt in einigen Fällen zusätzliche Einkünfte durch Forstwirtschaft, Bewirtung und Jagd. Der Viehauftrieb bedeutet für die Bauernfamilien eine Arbeitsentlastung in den Sommermonaten.

Ökologische Bedeutung:

Durch die Bewirtschaftung der Almflächen wird Lebensraum für besondere Tiere und Pflanzen geschaffen. Almwirtschaft und Bergwälder sind die Grundlage der großen Artenvielfalt im alpinen Raum. Die Beweidung schützt vor Naturgewalten, da die
Grasnarbe und die Durchwurzelung des Bodens verbessert werden. Dieser Boden ist stabiler, kann mehr Wasser speichern und ist damit erosionsbeständiger. Durch kurz gehaltenes Gras wird zudem die Lawinengefahr im Winter gemindert.

Soziokulturelle Bedeutung:

Durch die Almwirtschaft werden Tradition und Brauchtum weiter gelebt (z.B. Gesang, Almabtrieb, Rezepturen). Außerdem finden Wanderer Ruhe und Erholung auf den Almen.

BergführerInnen / BergwanderführerInnen

"Ausgebildete Berg- oder BergwanderführerInnen vermitteln ein breites Wissen über Flora und Fauna. Für den ersten Besuch und das intensive Eintauchen in die Bergwelt empfehlen sich Führungen mit speziell ausgebildeten Alm- und Wanderführern." -Hubert Wildgruber, 1. Bürgermeister der Gemeinde Oberaudorf und ausgebildeter Bergwanderführer-

Weitere Informationen zu geführten Touren mit verschiedenen Schwerpunkten www.chiemseealpenland.de/Almerlebnis.

Bergmesse

Gottesdienste auf der Alm werden als Berg- oder Almmesse bezeichnet. Der Pfarrer zelebriert feierlich die Heilige Messe unter freiem Himmel wie z.B. auf der Kampenwand oder dem Wendelstein.

Bestoßung

So wird die Anzahl der Tiere (meist Wiederkäuer) auf einer Alm genannt.

Bewaldung

Ohne die Arbeit der Almbauern wären die Almen ein dicht bewaldetes Gebiet. Durch das Schwenden (Ausreißen, Abbrennen, Abschneiden, Aushacken von verholzten Pflanzen) wird der Bewaldung entgegengewirkt. Diese Arbeit ist sehr zeit-, arbeits- und kostenintensiv.

Bezahlen

Auf den meisten Hütten/Almen werden keine Kreditkarten akzeptiert. Deshalb sollten Wanderer immer ausreichend Bargeld zur Einkehr mitnehmen.

Brotzeit

Zu einer Wanderung gehört eine deftige Almbrotzeit, diese besteht auf einer bewirteten Alm aus Käse und Speck sowie Flaschengetränken. In vielen Fällen erkennt der Wanderer an einer aufgezogenen Fahne bei der Hütte, dass es hier eine Verpflegung gibt und eine Einkehr gewünscht ist.

Buttern

Die Herstellung von Butter war einst eine wichtige Aufgabe der Sennerin oder des Senners. Zuerst wird die Milch in Magermilch und Rahm getrennt. Früher wurde die Schüssel mit der Milch kalt gestellt, sodass der abgesetzte Rahm abgeschöpft werden konnte. Der Rahm wird anschließend in einem Drehrührkübel geschlagen, bis er sich in Butterklümpchen und Buttermilch teilen lässt. Die Butterklumpen werden in kaltem Wasser gewaschen und geknetet, um das restliche Wasser herauszupressen. Anschließend werden sie in eine Form gepresst (Buttermodel) und wieder herausgelöst um im kalten Wasser gekühlt zu werden. Aus 20 Liter Milch entstehen etwa ein Kilogramm Butter oder zwei Kilogramm Käse – variiert nach Fettgehalt. Steht der Rahm mehrere Tage auf der Alm bis gebuttert wird, entsteht Sauerrahmbutter.

"Frischer Almbutter ist eine Delikatesse und schmeckt am besten auf der Alm. Durch den hohen Wassergehalt ist Almbutter aber nur begrenzt haltbar und wird schneller ranzig." -Hans Stöckl, Geschäftsführer des AVO und Freizeitalmerer-