Via Julia

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Erlebnis 
Landschaft 

Der Via Julia-Radweg führt über 312 Kilometer von Günzburg nach Salzburg.

Hier stellen wir Ihnen die oberbayerische Etappe von Feldkirchen-Westerham über Bruckmühl nach Bad Aibling, Rosenheim, Bad Endorf bis Seebruck und Chieming vor, die über 46 Kilometer durch die Region Chiemsee-Alpenland führt, entlang Wendelstein und Chiemsee.

Beste Jahreszeit

Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Startpunkt der Tour:

Günzburg

Zielpunkt der Tour:

Salzburg

Beschreibung

Der Radweg Via Julia verläuft auf historischen Wegen auf einer der bekanntesten römischen Straßen in Süddeutschland. 15 Meilensäulen (übermannshohe Steinsäulen) belegen den Verlauf und die Bedeutung der Straße seit Zeiten des Kaisers Septimius Severus. Diese sind als Nachbildungen an ausgewählten Punkten wieder aufgestellt.

Zahlreiche Bodendenkmäler zeugen von der Vergangenheit. In Seebruck lädt das Römermuseum "Bedaium" zu einem Besuch ein. Die Strecke kann in unserer Radregion mit gängigen Tourenfahrrädern befahren werden. Von Seebruck und Chieming verkehren Schiffe zur Herreninsel und Fraueninsel. Den Abstecher zum berühmten Königsschloss von Ludwig II. und zur ehemaligen Künstlerkolonie auf der Fraueninsel sollten Sie sich unbedingt gönnen!

Wegverlauf:

Günzburg-Augsburg -München- Rosenheim - Söchtenau - Bad Endorf - Breitbrunn - Seebruck - Chieming - Traunstein - Teisendorf - Freilassing - Salzburg.

Von Feldkirchen-Westerham bis Rosenheim teilt sich der Weg ein kurzes Stück in eine Nord- und eine Südroute auf. Die Nordroute wird als der Hauptweg bezeichnet, die Südroute ist aber nicht weniger attraktiv. Zum Streckenverlauf der Südroute >>

Wegbeschreibung

Heute noch sichtbare Zeugnisse aus der Römerzeit begleiten Sie auf der ehemaligen Militärstrasse entlang Städten, kleineren Orten, Seen und zuletzt wunderbarem Alpenpanorama. Im Chiemsee-Alpenland entdecken Sie noch folgende römischen Orte, Fundstücke wie Meilensteine, Grabsteine, Siedlungsreste, Altarsteine:

  • Vom römischen Ort Isinisca (heute Gemeinde Aying/ Kleinhelfendorf) führt die Via Julia über kleinere Orte wie Feldkirchen und Ellmosen nach Rosenheim.
  • In Rosenheim sehen Sie:
    • Im Stadtteil Langenpfunzen wurde im 1. Jhd. n. Chr. eine Brücke errichtet (Pons Aeni), ab dem 2. Jhd. entstand eine Siedlung, deren Keramitk-Handwerkskünste heute noch im Städtischen Museum Rosenheim zu sehen sind.
    • In Leonhardspfunzen südlich der Leonhardskapelle ist noch ein umgedrehter und auf der Standfläche ausgehöhlter Sockel eines Grab- oder Weihealtares zu sehen, der seit langem als Auffangbecken der eisenhaltigen Heilquelle dient.
  • Entlang des Inns fahren Sie weiter bis nach Prutting. In der Pruttinger Pfarrkirche Mariae Opferung ist heute noch ein Weihealtar aus den Jahren 311-313 n. Chr. in der Vorhalle der Kirche zu sehen. Der mächtige marmorne Block stellt eine lokale militärische Auseinandersetzung im Jahre 310 und die Errichtung eines Victoria- Tempels (wohl) im Bereich von Pons Aeni dar.
  • Weiter geht es nach Söchtenau, wo Sie an der Originalfundstelle Georg-Dietl-Straße einen unbeschrifteten Meilenstein aus geschecktem, ortsunüblichem Kalkstein entdecken können. Ein römischer Meilenstein wurde im Fundament der Kirchenmauer entdeckt, die zwei weiteren Teile sind verschollen.
  • Durch das Naturschutzgebiet Eggstätt Hemhofer Seenplatte mit vielen Bademöglichkeiten geht es weiter zum Römischen Meilenstein von Schalchen/Gstadt. Der im Mai 1913 gefundene Stein mit der Entfernungsangabe 36 Meilen von Salzburg ist besonders interessant, weil er Spuren von drei Inschriften aufweist, die - wohl aus Sparsamkeitsgründen - nacheinander anläßlich von Straßenrenovierungen zwischen 195 und 361/3 angebracht wurden.
  • Der nächste Römische Meilenstein zwischen Schmidham und Kraimoos ist als christlicher Bildstock umfunktioniert. Ursprünglich enthielt der Stein einen Hinweis auf die Errichtung durch den Statthalter und eine Entfernungsangabe zur Provinzhauptstadt Salzburg.
  • Der römische Ort Bedaium (Seebruck) ist heute noch voller Geschichte: 
    • Das Römermuseum Bedaium mit Freigelände zeigt römische Architekturteile aus dem 2. und frühen 3. Jhd. n. Chr. und Fundstücke aus der Siedlungsgeschichte. In den Mauem der Kirche und bei Grabaushebungen findet man heute noch weitere alte Steine.
    • Der alte römische Friedhof (Nekropole) ist ca. 200m lang und befindet sich östlich der Alz im Ortsteil Graben, auf einem schmalen Schotterfeld, das den Flurnamen "Eichbuckel" trägt. Die Originale der aufgestellten Grabsteine befinden sich im Römermuseum. Von hier führt der Archäologische Rundweg der Gemeinde zum keltischen Gehöft von Stöffling.
  • Am Chiemsee entlang können Sie einen Ausflug per Schiff machen: von Seebruck und Chieming verkehren Schiffe zur Herreninsel und Fraueninsel.
  • In der Pfarrkirche von Chieming (Eingang Nordseite) sind drei römische Weihesteine in die Kirchenmauer unter der Emporentreppe eingemauert.
  • Ein Abstecher nach Grabenstätt lohnt sich:
    • Südlich des Ortes Erlstätt finden sich Relikte und Grundmauern mehrerer Gebäude eines großen römischen Gutshofes. Ein Großteil der ausgegrabenen Funde, die den hohen Lebensstandard der römischen Bevölkerung erkennen lassen, ist heute neben anderen Exponaten aus der Römerzeit im Chiemgau im Privatmuseum Multerer in Grabenstätt zu besichtigen. 
    • Ein Römerstein befindet sich an der Außenmauer über dem Eingang 27 der St.-Johannes-Kirche. Die Inschrift der kleinen Tafel besagt, dass der Auftraggeber den Stein zu seinen Lebzeiten für sich, seine bereits verstorbene Gattin und seinen Sohn gesetzt hat.

Ausrüstung

  • Sonnenschutz für Haut und Kopf ist der unverzichtbare Begleiter auf längeren Radtouren.
  • Ein Erste-Hilfe-Set, Luftpumpe und Ersatzschlauch sollten nie fehlen.
  • Unterwegs genügend trinken und an einen Notfall-Müsliriegel denken.
  • Kleidung sollte nach dem Zwiebelprinzip gewechselt werden können und atmungsaktiv sein. Wind- und Regenschutz ist wichtig!
  • Fahrradhelm und Sonnenbrille ist zu empfehlen.

Sicherheitshinweise

  • Überprüfen Sie vor dem Start immer die Lichtanlage, Bremsen, Reifen und Reflektoren Ihres Fahrrades!
  • Tragen Sie bei schlechter Sicht (Dämmerung, Dunkelheit, Nebel, etc.) helle, reflektierende Kleidung. Alternativ: Weste oder Fußbänder mit Reflektorstreifen.
  • Besonders im Herbst und Winter kann am Boden liegendes Laub mögliche Unebenheiten, Wurzeln, Steine oder Löcher im Weg verdecken.
  • Bringen Sie am Fahrrad Ihrer Kinder zusätzlich hohe Fahrradwimpel an, damit auch die kleinsten Fahrer im Straßenverkehr gut wahrgenommen werden.

Öffentliche Verkehrsmittel

DB-Bahnhof "Günzburg"
Schwierigkeit mittel
Länge311,85 km
Aufstieg 2133 m
Abstieg 2189 m
Dauer 16,00 h
Niedrigster Punkt419 m
Höchster Punkt652 m